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Isole die Borromei: Man gönnt sich ja sonst nichts

Man gönnt sich ja sonst nichts, als Bankiers und Industriellenfamile, drei Mikro-Inselchen in einem See halt, nicht viel, aber das schon seit etwa vierhundert Jahren. Vielen Italienern ist gar nicht bewusst, dass es die alte Familie der Borromei noch immer gibt und dass sie - nebst vielem anderem - noch immer die grössten Teile der Isole di Borromei besitzen, jener idyllischen Inselgruppe im Lago Maggiore in der Nähe von Stresa.

von Andreas Schwander*

Die Borromäischen Inseln bestehen aus drei Eilanden, der Isola Bella, der Isola Madre und der Isola dei Pescatori. Dazwischen gibt es noch ein winziges Pünktchen Land im Wasser, mit ein paar Sträuchern drauf, die Insel der Verliebten.

Auf der Isola Bella und der Isola Madre befinden sich nebst den Palazzi die in dieser Region für Familien von Stand unverzichtbaren botanischen Gärten. Doch die Funktion ist unterteilt. Die Isola Madre war für die Frauen und Kinder bestimmt, wo sie die ganze Insel für sich beanspruchen konnten, ihre Ruhe hatten und die Kleinen sich nach Herzenslust austoben konnten. Heute ist die Isola Madre vor allem bekannt für ihre grosse Sammlung an Kamelien. Die Isola Bella diente der Repräsentation - mit einem prunkvollen Palast und einem Park der dessen Topografie so verändert wurde, dass er einem Schiff gleicht, mit dem höchsten Punkt des Palasts als Kommandobrücke.

In den ursprünglich relativ kargen Felskopf wurden pyramidenartitge Terrassen gehauen, welche den Charakter von Schiffsdecks haben und auf denen der Park angelegt wurde. Allerdings gab es da in den Augen der Borromei einen kleinen Schönheitsfehler: Ein kleines Fischerdörfchen. Abreissen, weg damit, war die Entscheidung. Doch die Fischer liessen sich nicht so einfach vertreiben. Schliesslich durften sie bleiben und die Borromei trennten das Dorf mit einer potemkinschen Palastfassade von ihrem Refugium ab - um sich und ihren Gästen den fürchterlichen Anblick des Dorfes zu ersparen.

Dabei ist dieser Anblick ausgesprochen reizvoll. Man schlendert durch enge Gässchen, treppauf, treppab mal scharf nach links und dann in einer scheinbaren Sackgasse wieder durch ein kleines Türchen weiter. Die benachbarte Fischerinsel ist ungefähr so gross wie ein Flugzeugträger - etwas über 300 Meter lang und etwa 50 Meter breit mit einem Dorf, das im Winter 55 und im Sommer 70 Einwohner hat. Die Fischerinsel hat alles was zu einem richtigen Gemeinwesen gehört: Es gibt eine Kirche, einen Dorfladen mit allem was See und Umgebung an kulinarischen Köstlichkeiten so hergeben und wo schon früh am Morgen mit grossem Engagement der neueste Inselklatsch durchgekaut wird.

Neben den Fischern, die der Insel ihren Namen gegeben hat und von denen immerhin noch sieben auf der Insel leben und in den Gewässern darum herum arbeiten, gibt es vor allem alle paar Meter ein Restaurant. Doch da sind auch eine Pension, private Gästezimmer und das Hotel Verbano zwischen Anlegestelle und Kirche. Es ist das ganze Jahr hindurch geöffnet und bietet vor allem in der Zwischensaison eine herrlich verträumte Absteige. Dann entspringt den Schiffen der Navigazione Lago Maggiore nur ganz selten ein Tourist und man lässt die Gedanken über den See gleiten und vom andern Ufer zurückschwappen.


Anreise: Alle Züge der Simplonstrecke ab Basel, Bern oder Genf halten in Stresa. Kursschiff ab Stresa oder den andern Ufergemeinden des Lago Maggiore, Taxiboote ab Stresa.

Unterkunft: Hotel Verbano auf der Fischerinsel, sowie einzelne Gästezimmer.

Ausflugsmöglichkeiten: Paläste und Botanische Gärten auf der Isola Madre und der Isola Bella.

Stille und Verkehr: Etwas Verkehrslärm vom Ufer her, im Sommer sehr viele Touristen

Kontakt: Tourismusbüro in Stresa: Tel: -39 0323 304 16, Fax -39 0323 934 335, www.borromeoturismo.it

* Andreas Schwander ist Autor des Buches "Reisen zu autofreien Orten der Schweiz"

 

 

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